Gewandung nennen wir die Bekleidung, die wir während der Veranstaltungen tragen.

Allgemeines
Zu Beginn des Mittelalters unterschied sich die Kleidung der wohlhabenden gegenüber der einfachen Bevölkerung fast nur in den verwendeten Materialien und den Verzierungen. Je höher der Stand war, desto bunter und seltener waren die Farben und desto kostbarer die Materialien. Später konnte man anhand der Kleidung genau erkennen, wer zu welchem Stand gehörte. Dies konnte man anhand der Färbung, der verwendeten Stoffe, des Schnittes und Art der Kleidung erkennen.

Wolle, Hanf, Leinen und Nessel wurden regional produziert und zu Stoffen verarbeitet und waren dadurch sehr weit verbreitet. Seide, Brokat oder Baumwolle wurden importiert und konnten auf Grund der Kosten nicht von allen getragen werden. Samt wurde wahrscheinlich seit dem 14 Jahrhundert hergestellt. Zusätzlich zu den Stoffen wurde noch Leder für Kleidungsstücke verwendet.

Gefärbt wurden diese Stoffe mit Materialien aus der Natur. Braun, Blau, Grün, Gelb, Rot waren alles Farben, mit denen man in bestimmten Tönen recht günstig färben konnte.
Wenn Stoff eingefärbt wurde, war Braun die Alltagsfarbe des einfachen Volkes. Es wurde aus der Walnuss gewonnen und war am günstigsten herzustellen.

Die Kleidung hatte vor allem vor klimatischen Einflüssen zu schützen und war funktional sowie weit, um nicht bei der Arbeit zu behindern. Bis zum 11. Jahrhundert war der Schnitt eher einfach gehalten und nicht Figur betonend. Erst im 11. Jahrhundert kam durch die Französin Agnes von Poitou, der Gemahlin von Heinrich III. ein Kleidungs-Stil in Mode welcher die körperlichen Konturen betonte.

Als Pelze oder Innenfutter für Kleidung wurden Felle von Eichhörnchen, Fuchs, Iltis, Kaninchen, Lamm, Schaf und dem Marder bevorzugt.

An einem Ledergürtel konnte man seinen Beutel befestigen, denn Hosentaschen gab es noch nicht.

Schuhe
Schuhe wurden entweder aus Leder oder Holz hergestellt. Sie konnten auch schon eine Art Sohle haben, die unter den Schuh genagelt wurde.

Unterwäsche
Männer trugen als Unterwäsche (Unterhose) eine Bruche. Statt einer Hose konnten sie sogenannte Beinlinge getragen, welche an der Bruche festgemacht wurden. Zusätzlich konnte über den Beinlingen noch Wadenwickel getragen werden.

Die Unterwäsche von Frauen ist nicht übermittelt. Da es sich auch nicht geschickte diese zu zeigen wurde diese auch von keinem Maler auf einem Bild festgehalten.
Weit verbreitet ist die Vermutung, dass Frauen außer dem langen Unterkleid keine Unterwäsche getragen haben. Eine andere Vermutung besagt, dass Frauen ebenfalls eine Bruche getragen haben und sich ein Tuch als Art BH um die Brust gewickelt haben. Der Erste BH ist nachweislich im 15. Jahrhundert belegt.

Herren Kleidung
Männer trugen meist eine langärmlige Tunika, die ungefähr bis zum Knie reichte. Als germanische Spezialität war, in den unteren Schichten, die Hose als „Beinling“ verbreitet. Über der Tunika trugen die Männer einen rechteckigen Mantel, der auf der rechten Schulter mit einer Fibel geschlossen wurde. Bei der Arbeit wurde eine Art schmuckloser Kittel getragen.

Damen Kleidung
Frauen trug ein Untergewand aus Leinen mit langen Ärmeln, welches bis zu den Knöcheln reichte. Darüber wurde ebenfalls ein knöchellanges Obergewand mit weiten, kurzen oder spitz endenden Ärmeln angezogen. Eventuell konnten das Unterkleid und Oberkleid auch schon einen figurbetonten Schnitt aufweisen und eine seitliche Schnürung.

Kinder Kleidung
Kinder wurden in den Stand hinein geboren und trugen die gleiche Kleidung wie deren Eltern.